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MYOMEKTOMIE

Was sind Myome?

Uterusmyome sind gutartige Tumoren, die aus vergrößerten glatten Muskelzellen (Muskulatur) und faserigem Bindegewebe (Kollagenfasern) bestehen. Sie werden auch Myome oder Leiomyome genannt.

Histologisch erscheinen sie als kugelförmige Massen (einzeln oder zahlreich – von einem bis über zwanzig), deren Größe von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern reicht. Sie sind weißlich oder hautfarben und klar vom umgebenden Myometrium abgegrenzt. Myome sind hormonabhängige Tumoren, das heißt, sie reagieren auf die Hormone, die den Menstruationszyklus regeln. Daher wachsen sie während der gesamten Zeit, in der eine Frau Östrogen produziert – also von der Pubertät bis zur Menopause.

Sie betreffen hauptsächlich Frauen im reproduktiven Alter (22–50 Jahre) und treten besonders häufig zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr auf (etwa jede fünfte Frau im Alter von 35 Jahren hat Myome).

Myome sind die häufigste Anomalie des weiblichen Genitalsystems und der häufigste Tumor im weiblichen Becken, mit einer Häufigkeit von bis zu 50%. Sie sind für etwa 50% aller Hysterektomien (Entfernung der Gebärmutter) in westlichen Ländern verantwortlich. Die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Entartung ist sehr gering und liegt zwischen 0,04% und 0,13%.

Was verursacht Myome?

Die genaue Ursache der Myomentstehung ist nicht vollständig geklärt. Es wurden jedoch mehrere Theorien aufgestellt. Erhöhte Östrogenspiegel im Blut fördern offenbar das Wachstum der Myome (hormonabhängige Tumoren). Auch die genetische Komponente ist bewiesen: Frauen mit einer familiären Vorgeschichte von Myomen haben ein deutlich höheres Risiko, selbst welche zu entwickeln.

Weitere Faktoren, die mit der Entstehung von Myomen in Verbindung stehen, sind:

  • Übergewicht (Adipositas)

  • Frühe Menarche (erste Periode vor dem 12. Lebensjahr)

  • Kinderlosigkeit

  • Ethnische Zugehörigkeit (Frauen afrikanischer Herkunft entwickeln oft größere Myome in jüngerem Alter)

Wo treten Myome auf – Arten von Myomen

Subseröse Myome:
Diese wachsen an der Außenseite der Gebärmutter unter dem Serosa-Blatt. Sie können mit zunehmender Größe auf die Beckenorgane drücken (z. B. Harnblase, Darm), was Schmerzen, häufiges Wasserlassen oder Verstopfung verursachen kann. Manche werden gestielt (mit dünnem oder dickem Stiel).

Intramurale Myome:
Sie wachsen in der Muskelschicht des Uterus (Myometrium). Sie sind die häufigsten Myome. Bei Wachstum vergrößern sie die gesamte Gebärmutter und können zu Beckenbeschwerden, Rückenschmerzen und verstärkten Monatsblutungen führen.

Submuköse Myome:
Sie wachsen in die Gebärmutterhöhle hinein und verursachen am häufigsten Probleme, insbesondere Unfruchtbarkeit. Selten können sie in den Gebärmutterhals hineinragen und in die Scheide austreten.

Alle Myomarten können stark in ihrer Größe variieren – von wenigen Millimetern bis zu vielen Zentimetern. Je nach Typ, Lage und Größe können Symptome bestehen oder auch nicht.

Sehr große Myome können das gesamte Becken oder sogar Teile des Bauchraums ausfüllen. Eine Frau kann ein einzelnes oder viele Myome unterschiedlicher Größe haben.

Welche Symptome verursachen Myome?

Mehr als 50% der Frauen mit Myomen sind asymptomatisch. Wenn Symptome auftreten, gehören dazu:

  • Starke oder unregelmäßige Blutungen
    (Menorrhagie, Metrorrhagie), häufig mit Eisenmangelanämie

  • Häufiger Harndrang, Inkontinenz, wiederkehrende Harnwegsinfekte
    durch Druck auf die Blase

  • Unfruchtbarkeit
    durch Verformung des Gebärmutterhalses oder der Tubenöffnungen

  • Schmerzen und Druckgefühl im Unterbauch
    evtl. starke Schmerzen bei Stieldrehung

Wie werden Myome diagnostiziert?

  • Gynäkologische Untersuchung

  • Ultraschall (transvaginal oder abdominal)

  • Gelegentlich CT oder MRT für genaue Lagebestimmung

Jede Frau sollte einmal jährlich einen Ultraschall von Gebärmutter und Eierstöcken durchführen lassen.

Behandlung von Myomen

Die Behandlung wird individuell geplant. Kleine, asymptomatische Myome benötigen keine Therapie, sondern nur Kontrolle.

Behandelt wird bei:

  • Starken Blutungen

  • Blutungen außerhalb der Periode

  • Schnellem Wachstum

  • Unfruchtbarkeit

  • Schmerzen

Konservative / medikamentöse Behandlung

  • Geeignet für kleine (<4 cm), symptomlose und langsam wachsende Myome

  • Hormontherapien (z. B. GnRH-Agonisten) führen zu einer vorübergehenden Schrumpfung, sind aber keine dauerhafte Lösung

  • Nach Therapieende wachsen Myome wieder

Laparoskopische Myomektomie

Die moderne Therapie der Wahl.
Vorteile:

  • Weniger Blutverlust

  • Kürzerer Krankenhausaufenthalt

  • Weniger Schmerzen

  • Kaum Narben

  • Geringere Verwachsungsgefahr

  • Besser für spätere Fruchtbarkeit

Große Myome können durch kleine Schnitte (ca. 2 cm) mit einem Morcellator entfernt werden.

Andere chirurgische Methoden

  • Laparotomie (nur wenn Laparoskopie nicht möglich)

  • Hysteroskopische Entfernung (für submuköse Myome)

  • Hysterektomie (bei abgeschlossener Familienplanung)

Uterusarterienembolisation (UAE)

Alternative bei symptomatischen Myomen, wenn andere Methoden nicht möglich oder nicht gewünscht sind.
Nicht geeignet für Frauen mit Kinderwunsch.

Zusammenfassung

  • Myome sind sehr häufig und oft asymptomatisch

  • Regelmäßige jährliche Ultraschallkontrolle ist essenziell

  • Rasches Wachstum muss immer abgeklärt werden (Differentialdiagnose Sarkom)

  • Behandlung muss individuell erfolgen

  • In reproduktivem Alter ist die Erhaltung der Fruchtbarkeit entscheidend

  • Fast alle Myome können endoskopisch (laparoskopisch oder hysteroskopisch) entfernt werden

  • Laparoskopie hat weniger Komplikationen als offene Operation