Der Gebärmutterprolaps ist ein relativ häufiges Krankheitsbild bei Frauen, die in der Regel bereits schwanger waren, und entsteht durch eine Erschlaffung der Bänder und der Beckenbodenmuskulatur.
Der Gebärmutterhals erscheint in der Vagina tiefer als seine normale Position und manchmal sogar außerhalb der Vagina. Begleitsymptome sind ein Schweregefühl im Becken, Schmerzen im unteren Rücken beim Stehen, leichte Blutungen aufgrund von Reizungen sowie Symptome des Harnsystems. Diese können Schwierigkeiten beim Wasserlassen durch Druck der abgesunkenen Gebärmutter, häufiges Wasserlassen, wiederkehrende Harnwegsinfektionen und ein Gefühl unvollständiger Blasenentleerung umfassen.
Die Behandlung richtet sich sowohl an Frauen, die die Gebärmutter erhalten und somit ihre Fruchtbarkeit bewahren möchten, als auch an jene, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben.
Die effektivste Methode zur Behebung des Gebärmutterprolapses unter gleichzeitiger Erhaltung der Gebärmutter ist die Verwendung eines speziellen Netzes zur Aufhängung. Dieses synthetische Netz ist speziell zur Vermeidung von Infektionen entwickelt und biologisch inert, sodass es gut vom Körper akzeptiert wird. Es wird zwischen der Gebärmutter und der Knochenabdeckung des Kreuzbeins platziert und stellt die anatomische und natürliche Position der Gebärmutter spannungsfrei wieder her. Das Netz bleibt nicht frei im Bauchraum, sondern wird mit dem Peritoneum, dem natürlichen
Bauchfell, bedeckt und vernäht. Diese Technik wird heute laparoskopisch angewendet und bietet alle Vorteile der Methode, wie schnellere Genesung und Rückkehr zu den täglichen Aktivitäten bereits am 2. oder 3. postoperativen Tag, im Gegensatz zur klassischen offenen Operation, die mehrere Wochen Erholung erforderte. Die postoperativen Schmerzen sind minimal und einfache Schmerzmittel genügen, während die Patientin am Folgetag entlassen wird. Die einzige Vorbereitung kann gelegentlich eine leichte Darmreinigung sein, um den Eingriff zu erleichtern.
Wenn eine Frau ihre Familienplanung abgeschlossen hat und die Gebärmutter nicht erhalten möchte, sollte die oben genannte Netzaufhängung mit einer Entfernung der Gebärmutter kombiniert werden. In diesem Fall ist eine subtotale laparoskopische Hysterektomie mit Erhalt des Gebärmutterhalses sinnvoll. Dadurch befindet sich das Netz nicht unmittelbar neben der Vaginalwand, da der Gebärmutterhals als Schutz verbleibt. Das Netz wird erneut am Promontorium des Kreuzbeins und am Gebärmutterhals befestigt, und wenn zusätzlich eine Erschlaffung der hinteren Vaginalwand (Rektozele) oder der vorderen Vaginalwand (Zystozele) vorliegt, kann diese ebenfalls korrigiert werden.
Diese laparoskopischen Techniken bieten die besten Ergebnisse und sind den vaginalen Operationen überlegen, da sie höhere Erfolgsraten und geringere Reoperationsraten aufweisen. Im Vergleich zu klassischen offenen Techniken liefern sie ebenso gute Resultate, jedoch mit schnellerer Genesung, weniger Schmerzen und einem besseren ästhetischen Ergebnis aufgrund der kleinen Hautschnitte.
