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ENDOMETRIOME

Das Ovarialendometriom, oder wie es häufiger genannt wird, die Schokoladenzyste, stellt eine Unterform der Endometriose dar und tritt bei etwa 17–44% der Frauen auf, die an Endometriose leiden. Schokoladenzysten bestehen aus einer dickflüssigen, „alten“ Blutansammlung, die eine bräunliche Flüssigkeit bildet. Die genaue Entstehungsweise von Schokoladenzysten bleibt noch Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion.

Die wichtigste diagnostische Methode für Schokoladenzysten ist die Laparoskopie. Allerdings kann ein vaginaler Ultraschall Hinweise für eine erste Diagnose liefern und helfen, Schokoladenzysten (Endometriome) von anderen gutartigen Ovarialtumoren anhand ihres typischen sonographischen Erscheinungsbildes zu unterscheiden.

Schokoladenzysten können einseitig oder beidseitig auftreten, wobei etwa 78% der Patientinnen beidseitige Befunde zeigen. Frauen mit Schokoladenzysten weisen häufig die gleichen Symptome wie bei der Endometriose auf, einschließlich Dyspareunie und/oder Unfruchtbarkeit. Ein therapeutisches Problem stellt die gleichzeitige Anwesenheit weiterer endometriotischer Herde in der Bauchhöhle dar. Studien haben gezeigt, dass Schokoladenzysten selbst keine wesentliche Ursache chronischer Beckenschmerzen sind, jedoch häufig mit tief infiltrierender Endometriose assoziiert sind, die wiederum bekanntermaßen starke chronische Schmerzen hervorruft.

Daher muss bei der Planung der Behandlung von Frauen mit chronischen Beckenschmerzen und Schokoladenzysten zwingend berücksichtigt werden, ob eine tief infiltrierende Endometriose vorliegt, die ebenfalls behandelt werden muss.

Schokoladenzysten können aufgrund von Verklebungen eine besondere therapeutische Herausforderung darstellen, da diese die Beweglichkeit der Beckenorgane einschränken. Diese Einschränkung kann die natürliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen, da die anatomischen Strukturen deformiert werden.

ENTFERNUNG EINER SCHOKOLADENZYSTE
Ovarialzysten, einschließlich der Schokoladenzysten (Endometriome), sind häufig Zufallsbefunde. Wenn sie Symptome verursachen, äußern sich diese durch Schmerzen, Druck- oder Schweregefühl im Unterbauch und manchmal durch Blutungsstörungen. Schmerzen treten oft während des Geschlechtsverkehrs, bei intensiver körperlicher Aktivität und während der Menstruation auf. Weitere Symptome sind Zyklusstörungen und Veränderungen der Blutungsstärke.

Die laparoskopische Entfernung der Schokoladenzysten ist in vielen Fällen notwendig, insbesondere bei Schmerzen während der Menstruation und beim Geschlechtsverkehr.

ZIEL DER LAPAROSKOPISCHEN ENTFERNUNG VON SCHOKOLADENZYSTEN
Dysmenorrhoe, Dyspareunie, Beckenschmerzen und Unfruchtbarkeit sind starke Hinweise auf das Vorliegen von Schokoladenzysten. Schokoladenzysten können bei einer unfruchtbaren Patientin durch einen vaginalen Ultraschall entdeckt werden. Endometriose ist der häufigste Faktor für Unfruchtbarkeit, der während einer Laparoskopie diagnostiziert wird. Farbig verfärbte oder weiße fibröse Läsionen sind die beiden typischen Formen endometriotischer Veränderungen. Die Diagnose von Endometriose ist laparoskopisch oft schwierig, weshalb eine detaillierte Untersuchung und operative Erfahrung entscheidend ist, um die Wahrscheinlichkeit übersehener Läsionen, wiederkehrender Symptome oder Unfruchtbarkeit zu reduzieren.

Die laparoskopische Entfernung von Schokoladenzysten führt zu sehr guten Ergebnissen, mit Schwangerschaftsraten von 50–70% nach der Operation. Die vollständige Entfernung der Zyste sollte der reinen Drainage vorgezogen werden, da sie das Risiko eines Wiederauftretens deutlich vermindert. Auch tief infiltrierende Endometriose im Rektovaginalraum wird während der Laparoskopie gründlich untersucht. Die sorgfältige Präparation dieser Region kann insbesondere bei Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs zu deutlicher Linderung führen.

VORTEILE DER LAPAROSKOPIE BEI DER ENTFERNUNG VON SCHOKOLADENZYSTEN
Kürzere Aufenthaltsdauer in der Klinik
Schnellere Rückkehr zu normalen Aktivitäten
Keine großen chirurgischen Narben
Weniger postoperative Schmerzen
Sehr positive Effekte auf die Fruchtbarkeit
Hohe Transparenz des operativen Vorgehens und Möglichkeit zur Videoaufzeichnung für die Patientin
Reduziertes Risiko für die Entwicklung postoperativer Verwachsungen, was Zukunftsschmerzen reduziert
Die Laparotomie sollte vermieden werden, da sie stärkere Verwachsungen verursacht, was eine mögliche Folgeoperation erheblich erschwert.

ENTFERNUNG VON ENDOMETRIOSE
Die Laparoskopie ist der gängigste operative Eingriff zur Diagnose und Entfernung von Endometriose bei leichten bis mittleren Befunden. Anstatt eine große Bauchschnittoperation durchzuführen, erfolgt die Untersuchung über eine kleine Öffnung mittels Kamera. Falls erforderlich, werden ein oder zwei zusätzliche kleine Öffnungen zur Einführung weiterer Instrumente genutzt.

Die Laparoskopie wird empfohlen für:
Untersuchung der inneren Organe zur Erkennung endometriotischer Herde
Entfernung von Endometrioseherden und Narbengewebe, die Schmerzen oder Unfruchtbarkeit verursachen
Entfernung eines Endometrioms (Schokoladenzyste)
Schwere Endometriose, die möglicherweise Organe wie Darm und Blase betrifft
Fortbestehende oder wiederkehrende Schmerzen nach hormoneller Therapie
Starke Schmerzen bei Patientinnen, die keine Hormontherapie wünschen
Diagnose eines Endometrioms im Eierstock
Endometriose als mögliche Ursache der Unfruchtbarkeit

60–80% der Frauen verspüren eine deutliche Schmerzlinderung in den ersten Monaten nach der Operation.
Über 50% berichten jedoch von einer Rückkehr der Symptome innerhalb von 2 Jahren.

Bei mittel­schwerer bis schwerer Endometriose verbessert die Laparoskopie die Chancen auf eine Schwangerschaft. In sehr schweren Fällen kann eine direkte IVF die beste Option sein.

DIE LAPAROSKOPISCHE PROZEDUR
Vor dem Eingriff müssen Patientinnen mindestens 8 Stunden auf feste und flüssige Nahrung verzichten. Die Laparoskopie erfolgt meist unter Vollnarkose. Der Bauchraum wird mit CO₂ oder Distickstoffmonoxid gefüllt, um Raum für die Sicht und Instrumente zu schaffen. Anschließend werden Kamera und weitere Instrumente durch kleine Schnitte eingeführt. Die Operation dauert üblicherweise 30–45 Minuten. Endometrioseherde werden mittels Exzision, Laser oder Elektrokoagulation entfernt. Die Schnitte werden mit wenigen Nähten verschlossen, die Narben sind minimal.

NACH DER OPERATION
Eine Übernachtung in der Klinik ist meist ausreichend. Die Rückkehr zur normalen Aktivität erfolgt innerhalb einer Woche.

WARUM LAPAROSKOPIE?
Sie erlaubt Untersuchung der Beckenorgane, Entfernung von Zysten und Narbengewebe und Behandlung von Beschwerden bei minimaler Gewebebelastung und schnellen Heilungszeiten.

WIRKSAMKEIT
Schmerzlinderung: Die meisten Frauen haben nach der Operation weniger Schmerzen, jedoch nicht immer dauerhaft.
Hormontherapie nach der Operation kann das Wiederauftreten neuer Herde hinauszögern.
Unfruchtbarkeit: Wenn Unfruchtigkeit besteht, entfernt der Arzt endometriotische Herde, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

WAS IST WICHTIG
Die Wahl eines erfahrenen Operateurs ist entscheidend, da Endometriosechirurgie hohe technische Präzision erfordert.
Die Laparoskopie bietet weniger Gewebeschädigung, kürzere Krankenhauszeit, schnellere Erholung und nahezu unsichtbare Narben.